Bielefeld, 04.09.2011

Der September-Stammtisch

"Out of the Frying Pan into the Fire" / "Raus aus der Bratpfanne, rein ins Feuer"

Ein Bericht von Carola Oberbeck

Gestern war unser September-Stammtisch! Hoffentlich bekomme ich noch alle Besucher zusammen und vergesse niemanden. Da waren
Wilfried
Thomas
Susy
Petra
Dirk
Christian
Matthias
Mario
Benjamin
Alex
Freundin von Alex (wie hieß sie noch mal? Ich habe auf die Mail keine Antwort bekommen)
Ciriel

Zuerst haben wir dem guten Professor gedacht, der am Tag vorher vor 38 Jahren nach Westen segelte. Gute Reise!

Thema war das Hobbit-Kapitel 6 „Out of the Frying Pan into the Fire / Raus aus der Bratpfanne, rein ins Feuer“. Schon bei der Übersetzung der Kapitelüberschrift ging die Diskussion los. Warum hat Scherf das Sprichwort nicht „richtiger“ sinngemäß übersetzt? Das ergäbe zumindest mehr Sinn als die wörtliche Übersetzung eines englischen Sprichworts, die so kaum noch nachvollziehbar ist. Passender erschien uns so gesehen „Vom Regen in die Traufe“. Ein Gegenargument dabei ist sicherlich, dass Scherf wahrscheinlich den „Feuer-Inhalt“ bewahren wollte (auch wenn mir persönlich auch jetzt noch nicht ganz einleuchtet).

Es deutet sich eine erste große Veränderung in Bilbos Verhalten an. Unter anderem wegen seines neuen Zauberrings sieht er es als seine Pflicht an, den Zwergen zu Hilfe zu kommen und sie zu retten. Als er dann durch Zufall auf die Zwergengruppe trifft, erzählt er zwar seine Geschichte, wie er aus dem Berg entkommen und zu ihnen gelangt ist, aber er läßt ein wichtige Detail aus: Den Ring. Gandalf scheint bereits zu ahnen, dass etwas nicht stimmt, doch sagt er dazu nichts.
Ist das bereits der Einfluss des Rings? Das glauben wir noch nicht so recht. Eher will Bilbo beweisen, dass er (als Meisterdieb und Begleiter) etwas wert ist und erwähnt deshalb den Ring nicht. Ihm scheint der Respekt zu gefallen, der ihm plötzlich entgegengebracht wird. Auch sein Glück spielt der Hobbit etwas herunter.
Gandalf nennt ihn hier das erste Mal offiziell seinen Freund.
Balin nimmt Gandalfs Tadel sportlich und gelassen hin und ist auch der erste, der Bilbos Leistung anerkennt und sich sehr zu freuen scheint, dass Bilbo wieder bei den Zwergen ist.

Gandalf stellt gerne sein Wissen und seine Schlauheit zur Schau. :) Er erwähnt auch nochmals die Riesen (und damit scheinen keine Steinriesen gemeint zu sein). Der Paß war bisher sicher, also will der Zauberer einen Riesen finden (und zwar einen „more or less decent“), der das „Loch“ am Paß wieder verschließt. Gibt es also auch nette Riesen?
Hat Bilbo Basis-Überlebenskenntnisse? Immerhin kaut er Sauerampfer gegen den Hunger und ißt drei wilde Erdbeeren, die er am Flussufer findet. Es mag sein, dass ausgerechnet von „wilden“ Erdbeeren die Rede ist, weil es Erdbeeren an sich noch gar nicht so lange gibt (Thomas erzählte etwas von einer Züchtung durch Menschen vor ca. 300 Jahren).

Tolkiens „Lieblingsthema“ kommt wieder zum Vorschein: Die Kapitelüberschrift ist eigentlich eine moderne Entsprechung zum eigentlichen Sprichwort, das durch Bilbo begründet wurde. Sinngemäß hieß es ursprünglich „Den Orks entkommen, um von den Wölfen gefressen zu werden“

Zweimal kommt erneut ein Hobbit-Kaninchen-Vergleich vor.
Gandalf beweist nach dem Geröllrutsch trockenen, britischen Humor, als er sagt: „Well, that got us on a bit“ („Das hat uns ein Stück weitergebracht“).
Die Zwerge sitzen nett passend „namentlich“ verteilt in den Bäumen – welch Zufall! ;)
Auch die Zwerge kennen Ironie. Als Bilbo versucht auf einen der Bäume zu kommen, meint Nori zu Dori, er habe schon wieder den Meisterdieb verloren. :D Dori ist aber nicht nur ein „decent fellow“, sondern auch ein mutiger. Als seine ausgestreckte Hand nicht ausreicht, um Bilbo zu ergreifen, klettert er vom Baum um Bilbo hinaufzuhelfen – und das, obwohl die Wölfe / Warge bereits sehr nahe sind und Dori beinahe erwischen (einer hätte sich fast in seinen Umhang verbissen).
Der Erzähler tritt wieder recht deutlich hervor und zieht einmal einen Vergleich mit einem Weihnachtsbaum (in Bezug auf die Föhre, in der Fili und Kili sitzen).

Was genau sind Warge? Zuerst kann man denken, es sind Wölfe, wenn sie anscheinend auch größer sind als diese. Spätestens aber, als klar wird, dass sie sich mit den Orks verabredet haben, manchmal einen Pakt mit diesen schließen und vor allem ihre eigenen Sprache haben (die Gandalf verstehen kann!), wird klar, dass sie mehr sein müssen als normale Wölfe, wenn sie diesen auch sehr ähnlich sehen.

Gandalf kennt sich besonders mit Feuerzaubern und Lichteffekten aus. Die Tannenzapfen, die er anzündet, erglühen blau, rot oder grün. Allerdings wird auch deutlich gesagt, dass er Angst hat, auch wenn er das Orks und Warge nicht merken läßt.
Waldmenschen werden erwähnt.

Wer ist der Fürst der Adler? Ist es Gwaihir? Das wäre immerhin möglich, da die „Great Eagles of the North“ sehr alt werden und mehr sind als gewöhnliche Vögel. Auch, wenn sie die Menschen ab und an um ein paar Schafe erleichtern (und deshalb ihre Langbogen fürchten müssen).
Ganz offensichtlich gibt es noch andere Adlerrassen, denn es ist davopn die Rede, dass diese auch feige und gemein sein können.

Zwerge benutzen immer noch Feuerstein und Zunder, obwohl es Streichhölzer gibt.

Das Orklied „Fifteen Birds“ hat im Original 2 Strophen, von denen Scherf nur eine übersetzt, Krege dagegen beide. Scherf hat auch einmal etwas ungenau übersetzt, als nur eine „Stimme von oben“ Bilbo daran erinnert, dass Adler keinerlei Ähnlichkeit mit Gabeln haben. Tatsächlich ist es Dori (und nicht der Adler!), der Bilbo antwortet.
Leider ließ sich ein Wortspiel aus dem Original nicht übersetzen: So vergleicht Bilbo den Adler ausversehen mit Störchen („storks“) und Gabeln („forks“). Im Deutschen ist nur von „Gabeln“ die Rede.
Anschließend gingen wir noch auf ein paar kleinere Formulierungs- und Übersetzungsfragen ein – mit Thomas haben wir da ja einen echten Experten an der Hand.

Danach wurde dann noch gegessen, über Bücher, (kranke) Haustiere, Mitternachts-Shopping, Vereinsangelegenheiten, Fernsehserien und manches andere gesprochen. Bei dem schönen Wetter lohnte es sich auch wirklich, draußen zu sitzen.

Es hat wieder viel Spaß gemacht. Bis Oktober!
Ciriel

Stammtisch Bielefeld

Der Stammtisch Bielefeld trifft sich jeden 1. Sonnabend im Monat. Das nächste Treffen ist am 04.10.2014 ab 17:00h.

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