Bielefeld, 03.09.2012

Die Reise zurück

Es ging um das vorletzte Kapitel "Der Weg zurück / The Return Journey"

Ein Bericht von Carola Oberbeck

So, etwas verspätet, aber hier kommt die Zusammenfassung von Samstag. Man verzeihe mir, wenn ich nicht alle Punkte berücksichtige, denn da ich an der einen Seite des Tisches saß und Palantir direkt an der anderen, habe ich nicht unbedingt alles mitbekommen. Wir waren auch sehr viele Leute, hoffentlich vergesse ich keinen:
- Matthias
- Wilfried
- Thomas
- Mario (mit Kerstin und noch jemandem, dessen Namen ich nicht mitbekommen habe)
- Petra
- Susy
- Carina
- Thomas (Neuzugang)
- Dirk
- Ciriel
Nur Christian haben wir vermißt!

Es ging um das vorletzte Hobbit-Kapitel "Der Weg zurück / The Return Journey". Gut, Krege nennt es einfach "Der Rückweg". Ich denke, das ist Geschmackssache.

Das Kapitel beginnt gelungen mit einem Wortspiel: "Als Bilbo zu sich kam, war er buchstäblich nur zu sich selbst gekommen" ("When Bilbo came to himself he was literally by himself."). :D

Wie wird Bilbo getragen? Am Würdevollsten wäre wohl Huckepack. :)

Thorins Todesszene ist sehr feierlich gehalten. Dabei ist Thorins Redeweise nicht verwunderlich, denn in bedeutenden Momenten und Situationen spricht er ja immer gesetzt und "edel". Seine Ansprache von Bilbo als "child of the kindly West" wurde in der Scherf-Übersetzung komplett übergangen. Sein Tod und der gesamte Umgang damit erinnert zumindest an nordische Heldensagen. Wobei es nicht deutlich heißt, dass Thorin stirbt, als Bilbo geht, man kann es aber vermuten.
Dass gerade Fili und Kili ihren Onkel verteidigen (und zwar am Ende sogar mit ihrem Körper), hat vor allem, aber nicht nur etwas mit Familienbanden zu tun (schließlich ist Thorin ihr Onkel), sondern auch etwas mit einer gewissen Verpflichtung. Gefolgsleute und noch mehr Familienmitglieder hatten auch eine Verpflichtung, ihrem Herrn und Blutsverwandten jede mögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Hätten die beiden das nicht getan, hätten sie sich bei Überleben der Schlacht eventuell dem Vorwurf ausgesetzt gesehen, ihre Pflichten nicht erfüllt zu haben - und wenn sie nicht betraft würden, würden sie von den anderen geschmäht und verachtet als vielleicht sogar Eidbrüchtige. Sie hatten so gesehen gar keine andere Möglichkeit als sich direkt in die Schlacht zu stürzen.
Auch wenn Thorin ohnehin im Sterben liegt, spricht es trotz allem für ihn, dass er seine harschen Worte gegenüber Bilbo zurücknimmt (oder sich wünscht, er habe sie nie ausgesprochen), da das immer noch einem Gesichtsverlust gleichkommt. Das heißt, er vertraut darauf, dass Bilbo das weder ausnutzt noch schlechter von ihm denkt.
Weil wir gerade bei den nordischen Vorstellungen sind (und die Zwerge dem Nordischen entspringen): Dain ist jetzt der Erbe Thorins und übernimmt damit dessen Ansprüche, noch mehr aber dessen Verpflichtungen, die er so gut es geht erfüllt. Da sich nun aber die Verhältnisse geändert werden, kann der Schatz natürlich nicht mehr so ausgetauscht werden, wie es geplant war, trotzdem versucht Dain, allen gerecht zu werden - da er dadurch nicht sein Gesicht verliert, wenn er das tut.
In dem Sinne ist es auch ein friedfertiges Zugeständnis von Bard, dass er Thorin den Arkenstein auf die Brust legt. So behält Thorins Sippe immerhin ihr wichtigstes Erbstück. Es funktioniert ja auch: Zusammen mit dem Schwert Orkrist (das der Elbenkönig als Grabbeigabe dazulegt) sorgt das Arkenjuwel für Sicherheit und Wohlstand. Das Erbe bringt Glück und das Schwert leuchte, wenn Feinde anrücken, so dass es unmöglich ist, die Zwerge unvorbereitet zu überraschen.

Beorns Auftauchen ist überaschend und erinnert als letztes Aufgebot der berühmten Kavallerie (mit "drums and guns") - aber es bedeutet Einiges, dass er den tödlich verletzten Thorin aus den Gefahren der Schlacht rettet und sich danach seine Wut sogar verdoppelt hat. Hier sieht man ihn aktiv als Wer-Bär. In seinem Zorn kann nichts und niemand ihn aufhalten, und keine Waffe scheint ihn verletzen zu können. Sein unverhofftes Auftauchen sorgt auch für den Sieg, vorher sah es totz der Adler für die Verteidiger am Einsamen Berg nicht sehr gut aus.

Bilbo entschädigt den Elbenkönig dafür, dass er sich an seiner Vorratskammer bedient hat. Das zeigt, dass er seine Schulden begleicht (was auch einen Helden ausmacht). Der Elbenkönig nimmt seine Gabe ja auch dankbar und ohne weiteren Kommentar an. Nur einer kleinen Spitze kann er sich nicht enthalten: Bilbos Schatten solle nicht kleiner werden, sonst würde das Stehlen zu einfach. :D
Auch gegenüber Gandalf sagt der König, dass er immer auftauchen solle, wenn er am meisten gebraucht wird - und je öfter, desto besser. Was hier noch als (zweischneidiges) Kompliment gelten kann, wird als "Sturmkrähe" im HdR durch Schlangenzunge zu einer heftigen Beleidigung.

Welche andere Abenteuer erlebt Bilbo auf dem Rückweg? Immerhin wird er von Gandalf und Beorn gut beschützt.
Gandalf und Bilbo bleiben den Winter über bei Beorn (wahrscheinlich auch, weil die Reiseweg schlecht bis nicht mehr passierbar sind) und feiern dort laut Übersetzung "Weihnachten". Im Original heißt es "Yul-tide", was in dem Zusammennhang sicherlich eher das Mitwinter- oder Julfest (am 21. Dezember) meint. Wunderlich ist allerdings ein wenig, dass Beorn mehrere (!) Menschen zum Feiern einlädt, denn vorher heißt es noch, dass er nie mehr als zwei Freunde gleichzeitig einlädt (deshalb mußte Gandalf die Zwerge ja so vorsichtig "einschmuggeln"). Aber vielleicht hat er sich gegenüber früher geändert. Durch die Niederlage der Orks sind die Straßen und die Gegenden wieder wesentlich sicherer als früher.
Dann wird es Frühling, und Bilbo und Gandalf machen sich auf den Rest des Weges...

Ansonsten ging es um "Das Lied von Eis und Feuer", Kino, Ferensehen, weitere Bücher und weitere alltägliche Dinge. :)

Bis Oktober!

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