Berlin, 19.01.2011

Birthday Toast

Ein Bericht von Nimloth

So meine Lieben, ich habe es nicht vergessen, hier nun die offzielle Zusammenfassung des letzten Tolkientreffens am 3. Januar 2011 bei dem auf den 119. Geburtstag unseres Professors angestoßen wurde.


Das Treffen fing gut an, man hatte das Gefühl alle waren in Geburtstagslaune. :torte: Es wurden viele leckere Schrader´s Burger bestellt, es wurde gegessen, geschnackt, geplaudert und gelacht.
Sowie es unserem Meister gebührt, hatten wir aber auch ein sehr reichhaltiges Programm an dem wir alle Freude hatten.
Jan eröffnete den Stammtisch mit folgenden Programmpunkten:
Er wies darsuf hin, dass der reguläre Januar-Stammtisch nicht am 4. Freitag des Monats stattfindet, sondern dieses Mal am 3. Freitag, da am darauffolgenden Wochenende das Brain-Storming-Wochenende (BSWE) stattfindet. Wer Fragen dazu hat und/oder evtl. Mitfahrgelegenheiten sucht etc. der kann sich im DTG-Forum dazu informieren.
Wo wir schon bei Stammtischen waren, wurde sogleich die Frage diskutiert ob das Avril, das wir zweimal als Stammtisch-Location testen durften, wirklich endlich als zweiter Veranstaltungsort in Frage kommt. Es gab fast soviele Pro- wie Contra-Meinungen, wir werden hier auch noch eine Abstimmung ins Forum setzen damit wir ein vollständiges Bild der allgemeinen Meinung erhalten :smile:
Als Alternative zum Avril schlug Mirabella ein nettes Café in der Akazienstraße vor. Es heißt Oro Nero und soll zwar sehr klein, aber auch für uns eigens an dem Abend reserviert sein, sodass wir uns ungestört Lesungen, Vorträgen und Diskussionen widmen können. Dies wurde freudig begrüßt und so wird der reguläre Februar-Stammtisch im Oro Nero stattfinden. Alles weitere wird zu gegebener zeit hier im Forum erfolgen und in den Rundmails.
Und wo wir schonmal dabei waren, konnten wir gleich auch noch ein bisschen weiter in die Zukunft planen - wo sollte denn unser nächster Grillstammtisch stattfinden? Auch wenn die Gedanken bei der Kälte draußen schwer vorzustellen waren, dass man irgendwo bei Sonnenschein bis spätabends in einem grünen Felckchen saß und grillte und sich amüsierte, war doch der Vorschlag von Zara Zyniker ein herzenserwärmender: Sie bot an, dass der Grillstammi bei ihren Eltern im Garten stattfinden könnte. Dieser befindet sich in dem wundervollen Örtchen Himmelpfort (ja, genau da, wo immer die Briefe zum Weihnachtsmann hingeschickt werden und dort ist es alles andere als schneeig und eisig :wink: ). Dies ist zwar einige Kilometer außerhalb Berlins, dennoch gibt es gute Anbindung mit der Bahn und Möglichkeiten dort zu übernachten (Zelten) und den Grillstammi so ein bisschen auf anderthalb oder zwei Tage auszuweiten - Anreise und Abreise, Vorbereitung für den Stammtisch miteinberechnet. Auch dies werden wir hier im Forum zu gegebener Zeit noch diskutieren, Zara muss es auch erstmal mit ihren Eltern abklären, aber der Vorschlag fiel erstmal auf freudige Zustimmung.

Von den Stammtischen weg zu den TolkienTagen. Hier durften wir erfahren, dass der diesjährig geplante Tolkien Tag in Potsdam nicht stattfinden wird. Über weiteres haben wir in dieser Richtung nicht gesprochen, da wir das am nächsten Stammtisch, wo vll mehr Mitglieder anwesend sein werden, auch machen können.

So kamen wir zum nächsten und vll wichtigsten Programmpunkt, denn dieser richtet sich an das Wesentliche des Stammtisches, an das Lesen von Tolkiens Werken. Wir als Stammtisch wollen uns im Jahr 2011 das Silmarillion vornehmen, damit wir etwas mehr Fülle und Programm reinbekommen, vor allem aber auch Kontinuität und Zusammenarbeit unter den Stammtischgästen. Ein lustiges Quiz hier und da und ein "Stadt-Land-Fluss" nach Tolkeinmanier ist natürlich auch immer wieder nett, aber wir möchten vor allen Dingen auch, dass jeder den Überblick über eines der wichtigsten Werke unseres Professors hat. Wir haben uns vorgenommen, dass wir in vorigen Rundmails einige Leitfragen bereitstellen, unter denen dann jeder ein Kapitel des Silmarillions zuhause lesen, betrachten und sich Gedanken machen kann. Am Stammtisch dann wollen wir das Kapitel diskutieren und Fragen und Interpretationen beisteuern die allen helfen dieses epische Werk besser zu verstehen.
Zum Januarstammtisch am 21. Januar wollen wir die Musik der Ainur, das erste Kapitel beartbeiten.
Diese Idee stieß auf allgemeine Zustimmung :gut:

Sodann, es war soweit! Die Anstoß-Runde wurde bestellt, darunter vier (Sir Ian) McKellen Whiskeys und wir erhoben unser Glas auf unseren ehrenwerten, allseits beliebten Professor, dem wir nie vergessen werden welch glückliche Jahre er uns beschehrte, indem er uns mit seinen Werken zusammenführte :hug5: (wunderfvolle Athmosphäre)

Als wir alle wieder saßen waren wir bereit für die angekündigte vergleichende Lesung. Aus "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" wurde jeweils von Mark die englische Version vorgetragen, von Jan die Krege-Fassung und von Mirabella die Übersetzung Carrouxs.
Für eine explodierende Stimmung sorgte vor allem die Stelle: "[...] and Boromir raised his horn and blew [...] "....
Tüdelütüdü...Tüdelütüdü...Tüdelütüdü....und Julias Handy machte sich bemerkbar...es konte ja niemand ahnen, dass auch Tolkien schon aufgrund von Profitgier in seinen Werken Werbung für einen großen Mobiltelefon-Hersteller machte!!! :mrgreen:
kreischende Lacher waren garantiert, eine wundervolle Szene! :gut:
Gelsen wurden Szenen aus "Die Brücke von Khazad Dum".

Als wir uns ale wieder beruhigt hatten und verschiedene Szenen in verschiedenen Sprachen gehört hatten, wurde munter diskutiert. Viele sind ja der Meinung, dass Krege´s Übersetzung die schlechtere ist, einfach, weil sie nicht soviel Herzblut zu enthalten scheint. Aber es scheint auch, als könne sich der Übersetzer zwischen seinen Stilen nicht so recht entscheiden. Er selbst ließ einst verlauten er werde "versuchen jeglichen Pathos aus diesem Buch herauszunehmen" weshalb oft so seltsame Wortschöpfungen wie "Chef" (Sam zu Frodo) etc. drin vorkommen, die die mittelalterliche Stimmung, die der Leser von diesem Werk hat, einfach mal komplett niederringen. Wenn einige Filme weniger Pathos hätten wäre uns Zuschauern das nur recht, aber bei einem Werk wie dem Hernn der Ringe...Tolkien schrieb es schon so ausführlich, dass es an manchen Stellen eher wie eine Landschaftdokumentation wirkt, warum also noch den Pathos zusätzlich rausnehmen? Denn genau DAS braucht das Buch doch um lebendig und nah zu wirken! Krege hat dies jedenfalls nicht vollständig durchhalten können, auch manche Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche die eins zu eins erfolgt sind, sind nich unbedingt immer geschickt. Carroux trifft es da schon besser. Ihre Übersetzung scheint an vielen Stellen trefflicher und epischer, vor allem, wenn es um die Sprechweise und Gedichte der Elben geht. Sie stellt sich gewandter an, hat man den Eindruck, und sie bleibt ihrem etwas "verschnörkeltem" Stil treu, was aber nich immer vorteilhaft ist. Bei einem Gedicht von Sam Gamdschie zum Beispiel, fällt auf, dass Carrouxs Stil nicht wirklich passt. Es ist das Gedicht, das Sam in Lothlorien schmiedet, nachdem Gandalf von ihnen gegangen ist. Dieses Gedicht liest sich wie aus einem Kindermund, unschuldig, rein und klar. Carrouxs verschnörkelter, epischer Stil verwirrt etwas, denn so "geschwollen" würden Hobbits sich wahrscheinlich nicht ausdrücken, so denkt man. Und in dieser Hinsicht hat Krege die Nase vorn. Sein Stil viele Dinge eins zu eins zu übersetzen, kommt ihm hier zugute, denn das Gedicht hört sich in seiner Übersetzung klarer, hobbitscher an. Im Endeffekt kann man wohl sagen, dass beide Übersetzer ihre Gründe hatten warum sie diesen oder jenen Stil wählten, wichtig ist eigentlich nur, in welchem Stil man das Buch besser lesen und verstehen kann. Die Aussage bleibt die gleiche und wenn man genug die angelsächsische Sprache beherrscht, so sollte man sich an das Original halten, denn da geht einfach nix drüber :wink:

Alles in allem war es ein schöner, stimmungvoller Stammtisch, vielen Dank an alle die da waren! :gut:
Wir sehen uns am 21. Januar hoffentlich wieder, bis dahin wünsche ich euch noch eine schlne Woche!
Liebste Grüße, eure Nimloth :nim:

Stammtisch Berlin

Der Stammtisch Berlin trifft sich jeden 4. Freitag im Monat. Das nächste Treffen ist am 25.04.2014 ab 19:00h.

Location

Cordoba
Danckelmannstr 1
14059 Berlin

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